Judo ist eine Kampfsportart, welche unter Einhaltung festgelegter Regeln bei vollem Körperkontakt durchgeführt wird.
Sie unterscheidet sich von anderen Budo-Sportarten dadurch, dass sie ohne Schläge und Tritte auskommt und ist neben Taekwondo die einzige olympische Disziplin der asiatischen Kampfsportarten.

Der Wettkampf

Im Wettkampf stehen sich immer zwei Kämpfer gegenüber. Sie beginnen den Wettkampf im Stand durch eine Verbeugung und das Zeichen "Hajime" des Kampfrichters. Dem Kampfrichter auf der Matte stehen immer zwei Kampfrichter an den Mattenenden zur Seite, um die regelkonforme Durchführung und Bewertung des Wettkampfes sicher zu stellen. 

Ziel im Wettkampf ist es, den Gegner durch Anwenden einer Wurftechnik kontrolliert mit Kraft und Schnelligkeit auf den Rücken zu werfen. Gelingt dies, so ist der Kampf gewonnen.
Fehlt es bei einem Wurf an Kraft oder Schnelligkeit oder fällt der Partner lediglich auf die Seite, so erhält der Werfende Punktwertungen, die später über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Hierzu aber unter dem Punkt "Regeln" etwas mehr.
Ein Kampf kann jedoch nicht nur im Stand, sondern auch im Boden stattfinden. Im Bodenkampf kann der Sieg prinzipiell durch zwei Möglichkeiten errungen werden.
Eine Möglichkeit ist, den auf dem Rücken liegenden Partner für 20 Sekunden fest zu halten. Hierbei muss mindestens eine Schulter durch eine Festhaltetechnik am Boden fixiert werden. Die Festhaltedauer kann verkürzt werden, wenn vorher bereits Punktwertungen erzielt wurden. Auch werden für kürzere Haltedauern Wertungen vergeben.
Die zweite Möglichkeit zum Sieg in der Bodenlage ist, den Partner durch Armhebel oder Würgetechniken zur Aufgabe zu zwingen. Je nach Altersklasse können hier aber Beschränkungen bestehen. So sind Hebel- und Würgetechniken im Kinderbereich nicht bzw. nur eingeschränkt erlaubt.

Je nach Altersgruppe ist die Wettkampfdauer auf 2 bis 5 Minuten begrenzt. 

Steht es nach Ablauf der vollen Wettkampfzeit den Wertungen nach unentschieden, so wird anhand der Verwarnungen (siehe Punkt "Regeln") entschieden. Steht es auch hierbei unentschieden, wird bei Freundschafts- oder Ligakämpfen ein Unentschieden ("Hiki-Wake") ausgesprochen. Ist eine Entscheidung erforderlich, wird im "Golden Score" weiter gekämpft. Hierbei wird bis zur nächsten Wertung gekämpft und somit der Kampf entschieden.

Zur besseren Unterscheidung der Wettkämpfer trägt der zweitgenannte Kämpfer auf internationalen oder nationalen Meisterschaften einen blauen Judogi (Judoanzug). Bei Ligakämpfen sind andere farbliche Gestaltungsmöglichkeiten gestattet.
Auf kleineren Meisterschaften und vor allem im Jugendbereich erfolgt die Unterscheidung der Wettkämpfer anhand von weißen und roten Gürteln, die zusätzlich zum normalen Gürtel getragen werden.

Die Regeln

Nachfolgend wollen wir Euch einen - vereinfachten - Überblick über die wesentlichen Regeln geben:

Bewertungen

Wie bereits erläutert ist das Ziel eines Wettkampfes immer das Erreichen eines Ippons, also einen "ganzen Punktes".
Dieser kann erreicht werden, wenn der Wettkampfpartner mit (1) Kraft und (2) Schwung auf den (3) größten Teil des Rückens geworfen wird. 
Wird eines dieser Drei Kriterien bei der Wurfausführung nicht erfüllt, gibt es je nach Güte des Wurfes noch zwei Abstufungen. Ein Waza-ari entspricht dabei einem "halben Punkt", ein Yuko entspricht einer "mittleren Wertung". 

Die gleichen Bewertungen gibt es auch im Bodenkampf. Hierbei bekommt derjenige, der seinen Partner 20 Sekunden auf dem Rücken liegend kontrolliert festhalten kann, einen Ippon. Befreit sich der Gehaltene vor Ablauf der 20 Sekunden, entscheidet die Festhaltedauer über die Bewertung.
15-19 Sekunden enstprechen einem Waza-ari, 10-14 Sekunden Festhaltezeit werden mit einem Yuko bewertet. 

Für Armhebel und Würgegriffe gibt es einen Ippon, wenn der Partner durch Abklopfen aufgibt. 

Auf der Bewertungstafel, werden die Punkte von Links nach Rechts angezeigt:
Ippon - Waza-ari - Yuko.
Erzielt ein Kämpfer während des Kampfes 2 Waza-ari, so werden diese zu einem Ippon addiert, wohingegen beliebig viele Yuko erzielt werden können.

Kampfrichter

Ein Kampf wird immer durch Drei Kampfrichter bewertet.
Ein Kampfricher steht hierbei innerhalb der Wettkampffläche als Mattenleiter und leitet den Kampf, die beiden anderen Kampfrichter sitzen jeweils gegenüber voneiander an einer Mattenecke. Alle Drei haben gleiches Stimmrecht, hierdurch soll eine möglichst hohe Objektivität gewahrt werden.
Die Außenkampfrichter treten vor allem bei Situationen am Mattenrand oder bei der Korrektur von gegebenen Wertungen in Aktion.
Die Wertungen werden nicht nur mündlichen ausgesprochen, sondern auch durch Handzeichen angezeigt. Dies ist vor allem in lauten Hallen oder auf größere Distanz hilfreich für den Kampfrichtertisch mit der Wertungstafel, aber auch für die Zuschauer. 

Kampfrichter müssen eine Kampfrichterausbildung durchlaufen und Ihre Leistungen auf den verschiedensten Meisterschaften in der Praxis vorweisen. Je nach gezeigter Leistung werden unterschiedliche Lizenzstufen erreicht, die wiederum darüber entscheiden auf welcher Leistungsebene die Kampfrichter eingesetzt werden können.

Strafen

Für kleinere Regelverstöße wie z.B. eine passive Kampfweise, eine falsche Fassart oder ähnliches kann ein Shido ausgesprochen werden. Die ersten Drei Shidos werden nicht unmittelbar als Wertung für den Wettkampfgegner gewertet. Sie zählen am Ende der Kampfzeit, wenn beide Kämpfer identische Wertungen erzielt haben, als "Zünglein an der Waage". Es gewinnt der Kämpfer mit den wenigeren Bestrafungen.

Die vierte Bestrafung heißt Hansoku-make und entspricht einem Ippon für den Gegner.
Sie kann auch direkt für schwere Regelverstöße ausgesprochen werden wie etwa einer groben Unsportlichkeit oder für die Anwendung einer verbotenen Technik.

 

Die Ausführungen zu den Regeln wurden in Anlehnung an die Erläuterungen auf der BJV-Homepage mit Stand vom 17.05.2016 ausgearbeitet: BJV - Einmaleins der Judo-Regeln.

 

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